Vom 08.12.2014 -- Christoph Niekamp
Ein Bistum trauert

Die Todesnachricht kommt per SMS. „Hast du schon gehört? Der Generalvikar ist überraschend gestorben.“, schreibt meine Volokollegin Ann-Christin. 
Ann-Christin ist grad im Praktikum im Münster, ich übers Wochenende in Zürich. Keiner von uns beiden ist vor Ort in Würzburg. Die Nachricht kommt ziemlich unerwartet. Ich muss erstmal durchatmen, um zu begreifen, was da auf dem Display steht. Vor drei Tagen hat der Generalvikar noch in unserer Runde gesessen, hat mit Medienvertretern über die Pläne für die nächsten Jahre diskutiert. Und jetzt sollte er tot sein? Mit 64 Jahren? Ich schlucke.

Zurück in Würzburg erfahre ich weitere Details. Samstag früh sollte der Generalvikar eigentlich zu einer Firmung. Der Fahrer hat schon gewartet. Doch der Generalvikar ist nicht gekommen. Anruf -ergebnislos. Türklingel – keine Reaktion. Und dann haben sie ihn gefunden. Tot in seinem Sessel, neben sich das Gebetbuch. Die Firmung hat dann der Pfarrer übernommen.

Mehr als nur Verwaltungschef

Der Generalvikar ist nicht nur der Leiter der Bistumsverwaltung gewesen, nicht nur die rechte Hand des Bischofs, sondern auch der Leiter des Medienhauses. Auf so vielen Terminen bin ich ihm begegnet, bestimmt öfter als dem Bischof. Wenn ich den Schlüssel für den Dienstwagen abgeholt habe, hab ich ihn so oft im Büro getroffen. Der Generalvikar war einfach immer da. Meinen allerersten Termin in Würzburg hatte ich mit ihm. Beim Gesundheitstag der Bistumsmitarbeiter. In einer Turnhalle hab ich ihn damals fotografiert. Da testete er gerade ergonomische Bürostühle. Mein ganzes erstes Volo-Jahr hat er mich irgendwie begleitet. Nun ist er nicht mehr da.