Vom 26.06.2015 -- Christoph Niekamp
Arbeiten unter den Gullys – Termin in der Kanalisation
Unter den Gullys von Düsseldorf

„Ist das so eine Art Straftermin?“, die Fotografin Maja verzieht das Gesicht. Nein, das ist kein Straftermin. Ich habe mir die Geschichte während meines dpa-Praktikums selbst ausgesucht. Mit der Stadtentwässerung Düsseldorf telefoniert, Abwasserexperten aus Gelsenkirchen gesprochen und meine Schuh- und Kleidergröße angegeben.

Denn heute geht es für eine Reportage hinab in die Kanalisation. Sechs Meter unter der Stadt gibt es einen Dresscode: Gummistiefel und Schutzkleidung. Maja, die sich den Termin nicht ausgesucht hat, kann sich nicht sofort die Arbeit im Kanal begeistern wie ich. Aber nach und nach stellt auch sie Fragen.

Ein besonderer Ort, denn dort wurde bereits für die RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ gedreht. Und Tiere gibt es dort auch: Ratten.

Eine vertrackte Situation für Maja. Einerseits muss sie für ein Foto näher ran, andererseits ekelt sie sich vor dem Tier. Am Schluss haben wir kein Rattenfoto und das Tier kommt auch nicht in meiner Reportage vor.

Ein bisschen Action bekommen wir dann aber doch noch: Plötzlich schlafen die Abgas-Sensoren Alarm Piep. Piep. Zuviel Schwefelwasserstoff im Tunnel. Aber ohne umzukippen und ohne Ratten im Gepäck schaffen wir es wieder an die frische Luft.

Fazit des Termins: Die Arbeit in der Kanalisation ist krisensicher, denn der Kanalmeister meint pragmatisch: „Geschissen wird immer.“

Und hier geht’s zur ganzen Geschichte