Vom 03.12.2014 -- Julia Haase
Also ich bin ja Frühaufsteher ...

Schon allein deshalb war ich froh, dass ich beim ifp-Jahrestreffen das Einzelschlafzimmer in unserem Dreier-Appartement bekommen hatte. Aber mal von vorne. Schon den ganzen Freitag bin ich wohl sämtlichen Kollegen mit meiner typischen Aufregung und Vorfreude auf die Nerven gegangen, bis es dann endlich losging. Dank unseres Generalvikars aus Bamberg wissen wir nun auch, dass Christian Morgenstern kein digital native war. Markus Söder verriet später im Interview, dass er lieber unter einer Horde Journalisten sein möchte, als zum Geburtstag der Freundin seiner Frau zu gehen. Über die Wahrheit lässt sich dann aber noch diskutieren.

Die erste Nacht

Relativ früh ging es an diesem Tag dann auch ins Bett – das Wochenende lag ja noch vor uns. Mein innerer Wecker hatte aber dann doch noch nicht auf den Wochenendmodus umgeschaltet, denn ab 6 Uhr war an Schlaf nicht mehr zu denken. Also aufgestanden, gemütlich fertig gemacht und gewartet, bis die anderen wach werden. Als die Dritte gerade unter der Dusche stand und ich meinen Haaren noch eine Portion Haarspray verpasst habe, dann ein irritierendes Geräusch von der Decke und im Gang. Feueralarm? „Ist das jetzt echt?“, fragte meine Mitbewohnerin. - „Keine Ahnung, packen wir mal unser Zeug und warten, was die anderen so machen.“ Man merkt schon, nach unzähligen Probealarmen aus Schul – und Studentenzeit sind wir diesbezüglich ziemlich abgebrüht.
Von den ersten „Flüchtenden“ doch etwas beunruhigt, klopften wir Mitbewohnerin Nummer drei dann auch mal aus dem Bad. Relativ gemütlich haben wir uns auf den Innenhof gesellt – ein Anblick, den wir nicht so schnell vergessen werden: Ungeduschte Volo-Kollegen, nasse Haare, Schlafanzüge. Also ich als Frühaufsteher war schon um 7.40 Uhr top gestylt.

Feuerwehrleute im Großeinsatz

Die Nürnberger Feuerwehr war jedenfalls schneller als wir: Mit einigen Löschzügen stürmten sie das Haus, um nach zehn Minuten die ganze ifp-Meute wieder hineinzuschicken. Falscher Alarm? Tja im Appartement kam dann die Überraschung: Sämtliche Fenster waren gekippt: Die waren in unserem Zimmer! Zum Frühstück wurde uns dann ein vorgefertigtes Formular serviert, auf dem wir Stellung nehmen sollten, was wir zum Zeitpunkt des Feueralarms denn „getrieben“ hätten – schließlich wurde er ja von unserem Zimmer ausgelöst. Bitte was? Bei drei Nichtrauchern? Naja gesagt, getan. Zum Glück konnte uns die nette Dame an der Rezeption dann versichern, dass wir daran keine direkte Schuld hätten. In den letzten drei Wochen habe es mehrere Einsätze der Feuerwehr wegen Haarspray, Deo oder zu heißen Duschen gegeben.
Auf jeden Fall hat es mir einige nette Sprüche seitens meiner Kollegen eingebracht und meine Geschichte hat im Ordinariat auch schon die Runde gemacht. „Zum Glück bist du 2017 dann schon weg, wenn die Rauchmelder verpflichtend werden.“ war nur einer von vielen. Hey, ich wollte doch nur sichergehen, dass niemand unsere GZSZ-Vorstellung verpasst!