Vom 11.06.2015 -- Julia Haase
Alles und nichts

„Und, welcher Vortrag hat dir am besten gefallen?“, fragt mich ein Kollege montags nachdem ich eine Woche beim Kirchentag in Stuttgart war. Als Antwort bekommt er nur ein Lachen. In einer Woche Multimediaredaktion habe ich von der eigentlichen Veranstaltung sehr wenig mitbekommen. Ein Abend Eröffnungsgottesdienst und Begegnung, drei volle Tage Programm und ein halber Tag Abschlussgottesdienst bedeutet für uns fünf volle Tage Arbeit. Hinzu kommt jeweils ein Tag Schulung und Anreise. Soweit die Theorie.

Die Planung

Am Wochenende vor dem Startschuss hat sich die Redaktion aus Volontären und Stipendiaten des ifp, Schülern des Medienkollegs Innsbruck und Schülern der Evangelischen Journalistenschule (ejs) zum ersten Mal getroffen. Die Gemeinsamkeit: Bock darauf, etwas Neues auszuprobieren. Nachdem wir am Montag redaktionell geschult wurden und erste Verluste verzeichnen mussten (wer bricht sich denn bitte beim Fußballspielen das Handgelenk?!), ging es am Dienstag rein ins redaktionelle Arbeiten. Jeder konnte sich aussuchen, ob er in den folgenden Tagen die Teams in den Bereichen Text, Foto/ Audio, Video oder Social Media unterstützen möchte.

Die Produktion

Ich habe mich für das Social Media Ressort entschieden, dafür aber kaum etwas vom Kirchentag mitbekommen. Bei der Live-Begleitung von Veranstaltungen via Twitter waren die Kollegen bei der Aufgabenverteilung immer schneller. Dafür habe ich fast jeden Tag ein cooles Video gedreht, mir selbst das Schneiden beigebracht (und mit meiner Fragerei komischerweise nie jemanden genervt) und gefühlte 1000 Kommentare auf Facebook, Twitter und instagram beantwortet. „Community Management“ gehört nämlich auch dazu. Auch wenn das heißt, dass du dich um 22 Uhr noch „mal schnell“ durch 140 neue Kommentare kämpfen musst.

Das Ergebnis

Die vergangene Woche war verdammt stressig. Wenig Schlaf, viel Schweiß, Sonnenbrand und ohne unseren eigenen Helferstab in der Redaktion wären wir wohl verhungert. Ich hab mich selbst bei Videos zum Affen gemacht und muss jetzt von meinen täglich mindestens fünf Tassen Kaffee wieder vier abziehen. Ich durfte mit sehr vielen tollen Menschen zusammen arbeiten und beim Konzert von Andreas Bourani von einem Kran aus filmen (und nach fünf Liedern zurück in die Redaktion hetzen und das Video schneiden). Ich habe alles und irgendwie doch nichts mitbekommen. Aber es war toll!