Vom 09.11.2014 -- Anna Eckart
Wie ich auszog, um die Welt zu retten und als Moderatorin zurück kam

Der größte Horror bei einem Praktikum ist es sicherlich, sechs Wochen für Kaffee kochen und kopieren zuständig zu sein. Zum Glück ist keines von beiden während meiner Hospitanz bei der Onlineplattform „katholisch.de“ eingetreten – ok, ab und an war ein Kaffee für mich dabei. Von Texte schreiben, über Interviews bis hin zur Kameraführung bei Live-Übertragungen war in den ersten fünf Wochen alles dabei gewesen, was mein Journalistenherz begehrt. Das Team war toll, die Themenmischung gut. Dass mir meine große Klappe gerade in der letzten Woche aber noch zum Verhängnis werden sollte, hätte ich bis dato nicht gedacht.

Nichtsahnend brachen also meine letzten Tage in Bonn an. Der Katholikentag in Regensburg stand unmittelbar bevor. Dafür wurde ein großes Multi-Media-Special erarbeitet: Mit Texten, Kommentaren, Videos, Facebook und Twitter – Einspielern. Das ganze Programm. Beim morgendlichen Meeting wurde die Woche besprochen. Ein Punkt war Regensburg: Unsere beiden Techniker sollten vor dem Katholikentag die Location vor Ort checken, damit bei der Live-Schalte aus Regensburg auch alles funktioniert und herausfinden, was eventuell noch gebraucht wird. Ehe ich mich versah, hört ich mich sagen: „Hey, das wäre doch toll, wenn wir den Pilgern schon vorher irgendwie zeigen können, wie Regensburg aussieht“. Ende vom Lied: Anna fährt mit den beiden katholisch.de - Technikern runter in den Süden und erstellt Kurzclips für die Vorberichterstattung.

Videos drehen im Akkordtempo

Was sich anfangs als großes Tohuwabohu abzeichnete, entpuppte sich für mich als riesige Chance: Ich durfte als leitende Redakteurin mitfahren. In kürzester Zeit stand das Konzept: In den kurzen Videos sollten verschiedene Gadjet rund um den Katholikentag getestet werden. Schließlich ist sowas immer einladender, als eine trockene Reportage. Doch bis es soweit war hieß es Termine vereinbaren und den Zeitplan straffen. So ging es zum Beispiel zum Beispiel zum Wirtshaus „Oma Plüsch“ in die Regensburger Altstadt. Hier hat der Wirt Tom extra für die Pilger einen „Katholikentagteller“ erstellt. Was sich dahinter verbirgt!? Das wollten wir genauer herausfinden und bewaffneten uns mit Kamera und Mikrofon. Jedenfalls hat er uns wortwörtlich den Katholikentag schmackhaft gemacht.

Damit das Ganze noch einladender wird, entschieden wir uns kurzerhand für eine Moderation – es sollte ja alles vorab für die Pilger getestet werden. Dumm nur, dass die Techniker ja bereits ihre Aufgaben hatten: Also musste ich vor die Kamera. Leichter gesagt als getan. Aber nur anfangs. Nach ein paar Anläufen war ich drin. Und auch meine Erfahrung hinter der Kamera während meiner Ausbildung als Crossmedia-Journalistin kam mir zugute. Das Drehbuch im Kopf stand. Nach zwei Tagen war dann alles im Kasten. Insgesamt haben wir 7 Clips erstellt. Ein richtiger Marathon und Input pur. Aber absolut mein Ding. Und auch die Tatsache, dass ich „nur“ als Praktikantin ganz oben mitgemischt habe, ist bis heute eine Erfahrung, die mir keiner mehr nehmen kann. Dank meiner großen Klappe.
 

Zu den Clips ein bisschen nach unten scrollen zu „Mit Anna in Regensburg“:

 

http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/dossiers_1/katholikentag/1...