Vom 21.11.2014 -- Carolin Strohbehn
Roter Teppich, Hate Poetry und zu Gast bei Wallraff und Niggemeier

Strahlender Sonnenschein und ein roter Teppich, so begrüßte uns Hamburg auf dem Gelände des NDR. Für Maresa, Marie und mich begannen so zwei ganz besondere Tage. Denn wenn wir als Berufseinsteiger am Nachbartisch der großen deutschen Journalisten zu Mittag essen oder Näheres zu den bekannten Veröffentlichungen des Jahres erfahren, sind wir auf der Jahrestagung von Netzwerk Recherche. Hier können sich Nachwuchsjournalisten mit den "Alten Hasen" der Branche austauschen und in Workshops und Vorträgen jede Menge von ihnen lernen.

Unser Volontariat bietet uns auch die Möglichkeit an Tagungen teilzunehmen. Und so konnten wir in Hamburg auch zeigen, was wir drauf haben: Mit anderen Journalistenschülern übernahmen wir die offizielle Redaktion für Tagungszeitung und Blog der Veranstaltung. Neben den Vorträgen über die wir berichteten, besuchten wir auch die Workshops, die uns interessierten.

Steht die Meinung schon vor der Recherche fest?

Und die Auswahl war mehr als interessant – wir konnten schließlich den uns nur aus Print und Fernsehen bekannten Journalisten über die Schulter schauen. Wie gingen die Autoren etwa beim bekannten Hitzlsperger Interview vor? Wir hätten beispielsweise nicht geglaubt, dass „Die Zeit“ sich gemeinsam mit Thomas Hitzlsperger vorab rechtlich absicherte und über drei Jahre an dem Interview arbeitete.

Bei der Podiumsdiskussion diskutierten Günther Wallraff und Stefan Niggemeier in wie weit ein Journalist auch Aktivist sein darf. Auch ob ihre Meinung schon vor der Recherche feststeht und bestimmte Erwartungen vorhanden sind, waren Themen, die während des Podiums diskutiert wurden.

Leserbriefe einmal anders

Höhepunkt war der „HatePoetry“ am Freitagabend. „Journalisten ohne deutsche Wurzeln“ trugen rassistische Leserbriefe mit viel Ironie und noch mehr Humor vor. Das Publikum, wir inklusive, lachte Tränen, wenn Yassin Musharbash jede Zeile mit einem noch fieseren Schimpfwort abschloss. Wo sonst bekommt man als Journalist einen Preis für „die krasseste Beleidigung“? Als Journalisten müssen wir uns wohl bei Leserbriefen ein dickes Fell zulegen -  oder den ganzen Hass mit Humor nehmen.

Hier geht es zu den Blogeinträgen von Maresa, Marie und mir, die wir für Netzwerk Recherche geschrieben haben.