Vom 17.02.2015 -- Carolin Strohbehn
Helau aus dem Studio

Ein ganz besonderer Arbeitstag an dem sich schon morgens die Frage stellt: Was soll ich bloß anziehen? Sollten Blazer und Pullover heute im Schrank bleiben? Während meines Praktikums beim SWR Regionalstudio ist Altweiber-Donnerstag und ich hatte keine Ahnung, ob Frau an diesem Tag auch verkleidet zur Arbeit geht.

28 Jahre feierte ich Fasenacht in unmittelbarer Umgebung von Mainz. Da gibt es keine Alternativen zu „Helau“ und „FasEnacht“. Und es wundert niemanden, wenn in der närrischen Zeit Tiger und Prinzessin am Schreibtisch und im Hörsaal sitzen.

Karneval, Fasenacht und Helau an der Mosel?

Aber wie feiert Trier? Schließlich gehe ich „normal“ zur Arbeit und finde ein fast leeres Studio vor. Bis auf wenige Redakteure sind alle schon für die Live-Schalten in der Eifel und im Hunsrück unterwegs. Ich setze mich an meinen Radiobeitrag: Schneiden und Texten, während die ersten Narren singend durch die Trierer Straßen ziehen.

Um 11:11 Uhr läutet die Redaktionsglocke. Drei menschliche Windräder kommen mir mit Pizzabrötchen und Sektgläsern entgegen. Nur die andere Praktikantin und ich tragen kein Kostüm.

Auch die Mittagssendung läuft dann etwas anders ab, als ich es bisher im Praktikum kennengelernt hatte. Ständig gibt es Live-Schalten, bei denen Kollegen vom närrischen Treiben in der Umgebung berichten. Währenddessen stehe ich zwischen Rotkäppchen und Windrad am Mikrofon. Jeden närrischen Beitrag verabschieden wir mit einem dreifach donnernden Helau.

Regionale Unterschiede

Trotz allem Spaß ist es ein anstrengender Arbeitstag für die Redaktion – viele Kollegen sind bis abends unterwegs, während alle Narren feiern. Außerdem lerne ich: In Luxemburg geht es nach Aschermittwoch sogar noch weiter. Zur Halbzeit der Fastenzeit gibt es dort sogar noch einen Umzug. Und ich dachte, ich kenne mich karnevalistisch aus. Trier unterscheidet sich ja gar nicht so stark von Mainz, denke ich am Ende meines Arbeitstages.

Nach Feierabend stelle ich mich beim Bäcker an: „ Zwei Krebbel, bitte.“ „Krebbel. Ham wir nich.“ Was ist Fasenacht ohne Krebbel (= ungefüllte Berliner)? Morgen fahre ich wohl doch nach Meenz - rechts um, Narrhallamarsch!