Vom 12.08.2019 -- Rebecca Hornung
Fürs Spielen bezahlt
Stop-Motion mit den Frankenaposteln

„Und werden die drei dann mit dem Dolch oder dem Schwert ermordet?“, fragte ich meine Kollegin, während wir dem einen Soldaten den Morgenstern aus der Hand nahmen und ihm ein Schwert und ein Schild ansteckten. Wir entschieden, dass eine Enthauptung wohl eher mit dem Schwert oder einer Axt stattgefunden hat und bestückten dementsprechend die übrigen Soldaten.

 

Was sich nach einem brutalen Schlachtplan anhört, waren in Wahrheit unsere Vorbereitungen für ein Social-Media-Video anlässlich unserer Kiliani-Wallfahrtswoche. Tausende Menschen kommen in dieser Woche nach Würzburg, um der drei Frankenapostel zu gedenken, die im 7. Jahrhundert den christlichen Glauben nach Unterfranken gebracht haben und dann den Märtyrertod gestorben sind. Um unsere Social-Media-Community auf dieses Event neugierig zu machen, überlegten wir, wie wir die Geschichte visuell darstellen konnten.

 

„Wir brauchen unbedingt eine Frau und ein Boot“, stellte meine Kollegin dann fest. „Also bringt einfach mal jeder alles mit, was er aus der Kindheit noch zuhause rumfliegen hat.“ Gesagt, getan. Am Drehtag standen dann drei volle Playmobilkisten mit einem Kindergarten-, Weihnachtskrippen-, Reiterhof- und Piraten-Set vor uns. Die Frankenapostel, drei irische Mönche, hatte unsere Abteilung zuvor schon extra erworben.

 

Zugegeben, um die Geschichte der Frankenapostel zu erzählen, sind wir nicht gerade mit der neuesten Idee um die Ecke gekommen. Dafür aber mit einer Idee, die bei jedem ein strahlendes Lachen ins Gesicht zaubert, wenn er unser Erklärvideo zu den Frankenaposteln gesehen hat. Denn mit den verschiedenen Playmobilfiguren haben wir die Geschichte von Kilian, Kolonat und Totnan nachgestellt.

 

Hintergrund richten – Figuren aufstellen – Foto – Figuren verschieben – Arme etwas bewegen – Foto – Oberkörper nach unten drücken – Segnende Hände an den Kopf führen – Foto, Foto, Foto…

Einen Tag lang saßen wir zusammen und haben mit den kleinen Figuren „gespielt“. Rund 380 Fotos später ging es dann an die Bearbeitung der Fotos und schließlich an die Produktion des Videos, was auch nochmal eineinhalb Tage Arbeit waren. Doch die Mühe hat sich gelohnt, wir sind jedenfalls mächtig stolz auf unser erstes kleines Stop-Motion-Filmchen.

 

Und wieviel Kreatives bei Teammeetings und der Besprechung verschiedener Ideen herauskommen kann, hat sich dann im Laufe der Wallfahrtswoche gezeigt. Denn die drei kleinen Frankenapostel begleiteten während der ganzen Woche die Wallfahrer und "posteten" ihre Eindrücke auf unseren Social-Media-Kanälen. Eine Idee, die durch gemeinsames Brainstorming und Weiterdenken entstanden ist. Die Arbeit mit den Playmobilfiguren machte deutlich, wie gewinnbringend es ist, nicht alleine kreativ zu werden, sondern sich auch im Team auszutauschen. Und die positive Rückmeldung unserer Follower zeigte, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss.