Vom 24.06.2015 -- Sarah Jehle
Die Freude am "Bling"

WhatsApp reagiert nicht. "Möchten Sie die App schließen?" "Ok" oder "Warten"? Warten! Der Bildschirm wird schwarz. App schließen, App öffnen. Und weiter gehts. Das Smartphone ist überfordert. Es scheint ein technisches Problem darzustellen, sieben Broadcast-Listen mit je 150 Empfängern zu beliefern. Also, Geduld! Warten, Schließen, Öffnen!

 

Seit Christi Himmelfahrt geht das so. Seitdem verschicken wir im Namen des Bistums Nachrichten und Impulse via WhatsApp und Telegram. Die Umsetzung des neuen Formats ist spannend: Passende Texte auswählen, ansprechende Bilder erstellen, die gerne weitergeleitet werden und neue Prominenz finden, die Beiträge liefern – wie zum Beispiel der neue Generalvikar zum Auftakt. Noch spannender allerdings sind die Reaktionen der Empfänger. Pro verschickter Nachricht erreichen uns über 50 Rückmeldungen. Zehn davon sagen "Amen", 15 davon "Danke. Weiter so!". Vier wünschen uns einen schönen Tag und drei haben Verbesserungsvorschläge. Zwei bitten um unser Gebet und sieben verschicken Smileys mit Heiligenschein. Vier "Start" und einmal "Stopp". Und wir? Wir schreiben zurück. Jedem! Ein "Daumen hoch" oder ein rotes Herz, diverse Emoticons, gute Wünsche und ein "Danke, wir werden daran arbeiten."

 

Dann sind da aber noch die anderen Reaktionen. Wenn jemand von einem Verlust schreibt, den er zu beklagen hat. Sprachnachrichten von Jugendlichen, die kaum zu verstehen sind und die eher darauf abzielen uns zu irritieren. Wenn jemand mit einem "Mir ist langweilig" ein Gespräch beginnen will oder einer eine konkrete Frage stellt. Dann werden wir plötzlich zu Seelsorgern und Dienstleistern. Können wir das leisten? Wir versuchen es, leiten besondere Fälle an pastorale Mitarbeiter weiter, recherchieren und antworten einfach so, wie wir auch Freunden antworten würden. Und freuen uns über jedes "Bling".