Vom 05.11.2014 -- Christoph Niekamp
Ausgedruckt

Es sollte eine ganz normale Sendung werden. Ein Interview, zwei Beiträge, dazwischen Popmusik (ja, die gibt’s im Deutschlandfunk auch manchmal) - 25 durchgeplante Minuten voller Bildungsthemen. Nach den Verkehrsnachrichten kam unser Jingle, dann setzte die Moderatorin zur Begrüßung und Themenübersicht an. In der Leitung wartete schon der Experte für das Interview. Er konnte das Programm hören, die Hörer aber nicht ihn. Plötzlich ein lautes KRCKT, KRRCKTT …. KRCKT, KRRCKTT... Der Techniker wirbelte panisch übers Schaltpult. Was war nur falsch? KRCKT, KRRCKTT... schon wieder. ON AIR! Die Hörer hörten mit. Aber was hörten sie bloß? Wir schauten uns ratlos an. War die Telefonleitung vom Experten doch zu hören? Aber was um Himmels Willen machte er denn da? KRRCKT, KRCKTT... KRRCKT, KRRCKTT.

Die Moderatorin blickte vollkommen verwundert und ratlos durch die Scheibe zu uns in den Regieraum. Vollprofi genug redete sie einfach weiter. Dann endlich die erlösende Musik. Das Krckten hatte aufgehört. Die Moderatorin drückte auf den Sprechen-Knopf und klärte uns auf: Mitten in der Sendung ist hinter ihr der Drucker angegangen und hat munter gedruckt. Fünf Seiten Wochenvorschau. Die hatte der Drucker lautstark eine nach der anderen ausgespuckt.

Die Regieassistentin und ich schauten uns fragend an: Warum steht denn ein Drucker im Studio und wieso um Himmels Willen kann denn jemand von außen den Drucker ansteuern?

Der Techniker war schon aufgesprungen, ins Studio gestürmt und zog mit einem Ruck das Druckerkabel aus der Steckdose. Ausgedruckt.