Vom 15.06.2017 -- Dana Kim Hansen
Fritten und Fernsehen

Nervös war ich schon, als ich aus der U-Bahn an der Haltestelle Sainte-Catherine stieg – immerhin kannte ich die anderen Teilnehmer der Europawoche kaum. Den ein oder anderen hatte ich im ifp zwar schon mal getroffen, aber so gut kannte ich sie dann doch nicht. Doch meine Sorgen waren unbegründet, wie sich kurze Zeitspäter rausstellen sollte. Lauter nette Stipendiaten und eine Volontärin bildeten mit mir die Gruppe für die nächste Woche.

 

Die Tage in Brüssel waren vor allem eins: warm! Der Sommer erhielt Einzug in der Europastadt. Doch davon ließen wir uns natürlich nicht abhalten. Fünf Tage lang streiften wir durch die europäische Hauptstadt. Zum einen standen Besuche bei den verschiedenen EU-Institutionen auf dem Programm. Im Gebäude des Europäischen Rates schritten wir über den roten Teppich, den normalerweise die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Besuch benutzen. Im Europäischen Parlament durften wir an einer Plenarsitzung teilnehmen. Außerdem diskutierten wir hier mit deutschen Parlamentsabgeordneten über die Folgen des Brexit, die Beziehungen zur Türkei oder die Flüchtlingskrise. Sogar der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger nahm sich Zeit für uns.

Im NATO-Hauptquartier vertieften wir unser Wissen über das militärische Bündnis. Wir informierten uns bei der Kommission der europäischen Bischofskonferenzen in Brüssel aber auch über die Arbeit der Kirche bei der EU. Spannend war das Gespräch mit dem Verband der Automobilindustrie.

Neben der politischen Komponente, stand auch das Arbeiten als Journalist in Brüssel auf dem Programm. So erzählte uns Florian Eder vom Magazin „politico“ von seiner Arbeit und machte uns fit für unsere Hintergrundgespräche.

Trotz des straffen Programms hatten wir noch Zeit, Brüssel und Belgien auch kulinarisch kennenzulernen: Pommes an der berühmtesten Frittenbude der Stadt, bei der auch schon Angela Merkel gegessen hat, belgische Pralinen und Waffeln zum Dessert und belgisches Bier zum Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Mein persönliches Highlight war am Ende der Woche der Besuch im Brüsseler ZDF-Studio. Korrespondent Stefan Leifert nahm sich den Vormittag Zeit für ein Aufsagertraining. Das erste in meiner Journalistenlaufbahn. Ein bisschen nervös saß ich vor der Kamera und schilderte meinen Eindruck zur Debatte um Sanktionen für EU-Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Auswendig versuchte ich eine halbwegs vernünftige Einschätzung zu geben. Am Ende klappte es sogar ganz gut und war eine super Erfahrung. Und wer weiß, vielleicht war es ja nicht das letzte Mal und irgendwann heißt es dann wirklich: „Jetzt live aus Brüssel: Dana Kim Hansen" :)

 

Fotos: Florian Eckl