Vom 20.11.2018 -- Sarah Schött
Die Hand werde ich nie mehr waschen...
Papstaudienz, Papst

Wenn wir ehrlich sind, haben wir doch von Anfang an heimlich davon geträumt. Die Katholische Journalistenschule feiert ihren 50. Geburtstag in Rom - was würde da besser passen, als ein Besuch beim Papst? Als dann am 19. April die Mail kam, haben wohl viele doch nicht schlecht gestaunt, dass dieser Traum jetzt wahr werden würde. „Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat in Rom nach einer Audienz für unsere Jubiläumsgruppe im November angefragt. Es ist uns eine große Freude, dass Papst Franziskus dieser Bitte stattgegeben hat und eine Privataudienz für die Teilnehmer der Romreise vorgesehen ist.“

Knapp sieben Monate und etliche Kleiderordnungsfragen später war es dann so weit. Wir waren in Rom und standen in der Schlange zur Papstaudienz (nachdem wir unsere Koffer an der Gepäckabgabe losgeworden sind – großes Lob, Kofferabgabe und -transport für über 300 Leute muss man erst mal organisieren!).

Ein schönes Sprichwort sagt: „Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden“, will heißen, „Hab Geduld“. Und die brauchten wir auch. Gefühlt zwei Stunden standen wir in einer Schlange am Petersplatz und dann ging von einer auf die andere Sekunde alles ganz schnell.

Wir wurden durch Gänge und Flure gelotst, über Treppen und Plätze, ein Flur prunkvoller als der nächste, bis wir im Audienzraum, der Sala Clementina, waren. Noch schnell ein paar Verhaltensanweisungen vom Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, mittlerweile Ehrenmitglied des ifp und hauptsächlich mit dafür verantwortlich, dass für uns alle ein Traum wahr wurde. Und dann Luft anhalten und ehrfürchtige Stille. Alle warteten gebannt, dass sich eine Tür öffnet. Und dann kam er. Der Papst. Mit uns in einem Raum. Unglaublich.

Seine Botschaft: „Danke, dass Sie als Journalisten die Menschen in den Blick nehmen und dass Sie Unrecht nennen, was Unrecht ist. […] Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch weiterhin Journalismus von Menschen für die Menschen machen. Und, bitte, vergessen Sie nicht, für mich zu beten.“

Unmittelbar bevor der Papst den Raum betrat, hatte Matthias Kopp noch gesagt: „Es könnte sein, dass der Papst sich danach entscheidet, nicht zum Mittagessen zu gehen und jedem die Hand zu schütteln. Das ist aber eher unwahrscheinlich.“

Und dann ist es doch passiert. Für uns ifp-ler, aktuelle und ehemalige, hat der Papst auf sein Mittagessen verzichtet. Und tatsächlich hat er geduldig alle über 300 Hände geschüttelt. Dem Papst gegenüberzustehen und ihm die Hand zu reichen, ist etwas ganz besonders. Das wurde auch in den seligen Gesichtern derer deutlich, die vom Handshake zurückkamen.

Dank des Osservatore haben auch alle die Möglichkeit, ihren Enkeln jetzt oder später ein Bild von diesem besonderen Augenblick zu zeigen. Und sicher werden wir alle noch in 50 Jahren sagen: „Weißt du noch, damals, als wir in Rom beim Papst waren…“

So war der heimliche Höhepunkt letztenendes schon vor der offiziellen Eröffnung des Jahrestreffens vorbei.