Vom 21.03.2018 -- Melanie Ploch
7 Volokurs-Typen, die jeder kennt
Banane

Der zweite Grundkurs ist vorbei. Bereits vier Wochen München, drei Tage Kennenlernwochenende in Zell am Main und drei Tage Jahrestreffen in Potsdam habe ich mit diesem chaotischen, aber sehr liebenswerten Haufen hinter mich gebracht. Zeit für eine kleine Bilanz, welche Volokurs-Typen es im Jahrgang V17 so gibt:

 

 

1. Der Eine-Million-Fragen-Steller

Zwei Wochen Kurs und es ist fast Halbzeit. Jeder ist froh, dass er noch gerade so zuhören kann und freut sich auf die spannende Abwechslung gleich. Doch dann ist da einer, der alles kaputt machen muss. Denn egal, ob es gerade zum Thema passt oder die anderen überhaupt interessiert: Er muss verdammt nochmal seine Fragen loswerden. Und damit das Ganze doppelt so lange dauert, schmückt dieser Volokurs-Typ seine Fragen noch mit besonders vielen Beispielen aus.

 

2. Die Frostbeule

Ja gut, draußen ist es kalt, aber 16 Leute verbrauchen auch im großen Seminarraum sehr viel Sauerstoff. Fenster öffnen? Keine Chance. Ist doch schön, dass das Kondenswasser schon die Fenster runter- und von der Decke tropft. Hauptsache, der Frostbeule ist nicht kalt.

 

3. Der Olympia-Gucker

Alle denken, die Person hört aufmerksam zu und guckt sich auf dem Computer Seminarunterlagen an. Doch der Streber-Schein trügt! In Wirklichkeit ist ein Live-Stream der olympischen Winterspiele auf dem Bildschirm zu sehen. Er muss sich eben auf dem Laufenden halten.

 

4. Der Klugscheißer

Diesen Volokurs-Typ könnte man mit dem „Eine-Million-Fragen-Steller“ vertauschen, aber seine Masche ist hinterlistig. Er fragt etwas, doch eigentlich möchte er mit seiner Frage nur sein Fachwissen zu einem Thema bekannt geben: „Die 95. Nachkommastelle von Pi ist doch die Sechs, oder?“ Oder er verbessert den Referenten in seiner Aussage. Manchmal weiß dieser dann nicht mehr weiter. Dies führt zu einer besonders hohen Befriedigung des Klugscheißers.

 

5. Der Snapchatter

Wieso sollte er sich mit der Person aus dem Kurs unterhalten? Er kann sie doch auch mitten im Kurs in einer eher unvorteilhaften Pose fotografieren. Noch schnell eine alberne Krone dazu gemalt und ein knackiger Spruch und schon kann dieser Snap in die weite Welt gesandt werden.

 

6. Der Fenster-Öffner

Jede Pause muss diese Person aufstehen, um die Fenster zu öffnen. Ist doch egal, dass draußen -15 Grad herrschen: Frischluft ist Frischluft! Diese Person kennt kein Erbarmen. Selbst, wenn die ersten Lippen blau anlaufen und das Wasser in den Flaschen gefriert, die die Volos mühevoll ins ifp geschleppt haben – völlig egal!
(Gerät oft in Disput mit Volokurs-Typ Nr. 2.)

 

7. Der zweite Referent

Bei besonders spannenden Themen kann es schon mal vorkommen, dass sich der gefühlte halbe Kurs meldet, weil er seine Erfahrungen teilen will oder eine wichtige Frage hat (anders als Volokurs-Typ 1). Nach und nach wird ein lieber Volo nach dem anderen drangenommen. Doch eine Person nimmt sich einfach immer selbst dran. Und wenn die Mitvolos eine Frage stellen, hat der Referent keine Chance, zu antworten, da genau diese Person schon darauf antwortet. Am liebsten würde diese Person selber vorne stehen und den ganzen Kurs abhalten.

 

Anmerkung der Autorin: Ich selbst bin Nr. 5 und 6. Ich hasse meinen Volo-Jahrgang nicht, ich liebe ihn. Ein gewisser Hang zur Dramatik ist bei mir angeboren.