Vom 08.02.2018 -- Sarah Seifen
Vom Leid des Mittendrinseins

Ein Büro mit Blick auf den Dom, im Zentrum der Stadt, Restaurants und Cafés um die Ecke, immer mittendrin: Das genießen viele Volos in ihren Ausbildungsredaktionen. So auch ich bei der Kirchenzeitung in Mainz. Ein Traum. Denkste...

Gerade erst war die Weihnachtsmarkt-Dudelei vorbei, der Spießbratenduft verflogen und der „Emil, der dicke Schneemann“-singende Weihnachtsmann bis zum nächsten Winter gedanklich verbannt. Dann schon beginnt die schönste Zeit des Jahres: Karneval oder Fassenacht, wie die Meenzer ihr närrisches Treiben nennen.

Vorweg: ich liebe diese Zeit. Wohl meiner Herkunft geschuldet (Danke Mama und Papa) wurden mir die rote Pappnas’ und das Schunkeln in die Wiege gelegt.
Was ich bisher nicht für möglich gehalten hatte: Es gibt Menschen, die an den tollen Tagen – und davor und danach – arbeiten müssen. Jetzt auch ich.

Im Slalom auf die Arbeit

Nach Geschlängel zwischen Riesenrad und Zuckerwattestand hindurch, unterlegt mit Helau-Rufen des Zuchplakettche-Manns auf dem Domplatz, erreiche ich in den Tagen vor dem Fastnachtswochenende die Redaktion. Der Autoscouter mit seinen Blink-Lichtern bekommt seinen Platz unter unseren Fenstern. Hip-Hop dröhnt aus den Lautsprechern. Whooooop. Erste Probefahrt.

Alles muss fertig sein, wenn die Fastnachtshochburg Mainz zum Schauplatz für tanzende Eisbären, Hippies und süße Früchtchen wird. Da simmer dabei. Die Redaktion wie immer: mittendrin. Konzentration? Fehlanzeige.

Es ist so weit

Mittagspause – Foto: Sarah SeifenUnd dann ist der Donnerstag da. Schunkelnd geht’s an Weiberfastnacht ins Büro. Mit Luftschlangen in der Tasche. Ru – cki – Zucki. Dappdappdapp. Ru – cki – Zucki. Dappdappdapp. Ru – cki – Zucki. Dappdappdapp. Das ist der neuste Tanz. Arme nach oben und nach unten und wieder hoch. Klatschen nicht vergessen.

Etwas Gutes hat es dann doch: Kreppel gibt’s. Oder Berliner oder Krapfen oder Pfannkuchen oder wie sie woanders heißen. Lecker sind sie in jedem Dialekt. Eigentlich liebe ich es doch, das Mittendrinsein. Alaaf und Helau!