Vom 04.10.2017 -- Matthias Böhnke
Ein Volo geht fremd
Ein Volo geht fremd

„Auf dass der Tod uns scheide“ – Monsignore Sauer hat uns beim Auftaktwochenende letztes Jahr zwar kein Eheversprechen abgenommen, aber wir wollten unsere zwei Volo-Jahre schon gemeinsam durchstehen und in Liebe (naja, Ihr wisst schon, wie ich das meine …) und Treue zusammenhalten. Wir, das ist der zwölfköpfige Volo-Jahrgang 16/2. Genau, #strichzwo, die mit der besonderen Jahrgangsbezeichnung und der noch besondereren (jawohl, Steigerung geht immer!) Gemeinschaft.

Zwei Grundkurse und unseren Hörfunkkurs haben wir in guten wie in bösen Tagen bisher zusammen verbracht, doch jetzt ist alles aus. Noch im ersten Ehejahr kam, was kommen musste: Ein Volo ging fremd!

Dieser Volo, das bin ich. Und ja, ich bekenne: Ich hatte eine einwöchige Affäre. Und dann auch noch mit den Stips! Vielleicht kann ich zur Verteidigung wenigstens vorbringen, dass mein kleines Techtelmechtel vom ifp geduldet, ja sogar angeordnet war! Denn da sich die meisten unseres Jahrgangs für den VJ-Kurs entschieden hatten, wurde ich für meinen Fernsehkurs kurzerhand zu vier Stips gesteckt. Als einziger Volo, als einziger, der nicht vegetarisch essen wollte – und als einziger Mann. Selbst die Studienleitung hat etwas längere Haare bekommen und hieß statt Burkhard nun Isolde.

Da saß ich diese Woche also wieder im Seminarraum 2, wo ich nur sechs Wochen vorher noch in Eintracht mit meinen Volo-Kollegen den Hörfunkkurs absolviert hatte. Neu waren diesmal übrigens nicht nur die Stips-Kurskolleginnen, sondern auch die Stühle im Seminarraum. Sie sollen länger halten als die alten, wurde uns gesagt. In puncto Bequemlichkeit liegen sie allerdings klar hinter ihren Vorgängern.

Doch zurück zum Thema: Wir hatten eine kurzweilige und interessante Woche vor und hinter der Kamera. Der Fernsehkurs mit der sagenhaften Frauenquote von 80 Prozent hat sich ausgerechnet das Thema Bierbrauen ausgesucht, sodass wir einen ganzen Drehtag bei Giesinger Bräu verbracht haben und am Abend reizende O-Töne im Kasten hatten. Ja, wir haben auch den ein oder anderen Hopfentrunk vor Ort pro-bier-t, wegen authentischer Recherche und so. Aber ansonsten galt die Aufmerksamkeit bei abendlichen Kapuzino-Runden eher dem Rebensaft und der Erkenntnis: Je billiger, desto besser – zumindest bezogen auf das Sortiment des Discounters um die Ecke.

Wenn man wie ich vorher wenig Erfahrung mit dem Thema Fernsehjournalismus hatte, nimmt man aus so einem Kurs eine Menge mit. Ich weiß nun, was ein abgesetzter O-Ton ist, was einen situativen O-Ton auszeichnet, wie man in kürzester Zeit möglichst viele Kalauer im Beitrag unterbringen kann – und vor allem, was sich hinter dem Begriff „Bierfuizl“ verbirgt, den mir unser Kameramann Ingo beim Dreh zugeraunt und mich in völliger Ahnungslosigkeit zurückgelassen hatte. An alle Nichtbayern: Es handelt sich um nichts Weiteres als einen Bierdeckel.

Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen, dass mein kleiner Seitensprung richtig cool war und ich nichts bereue – im Gegenteil: Ich würde es jederzeit wieder tun! Denn die Stips sind eigentlich gar nicht soooo schlimm … wink

Und hier gibt's noch den dreiminütigen Film, den unser Fernsehkurs produziert hat: