Vom 18.05.2017 -- Silvia Franzus
Gar nicht so normal – Azubis bei der katholischen Kirche

Wie stellt man sich einen Verwaltungsmitarbeiter vor? Etwa 20 Jahre im Dienst, auf Vorschriften bedacht, plaudert gerne auf dem Gang und trinkt viel Kaffee. In meinem Volo bin ich hin und wieder diesen Klischees schon begegnet. Abwechslung und neuen Wind bringt da die Jugend rein: Das Ordinariat in Bamberg bietet Ausbildungen in drei Berufsrichtungen an mit denen ich in der täglichen Arbeit immer wieder Kontakt habe. Die Kauffrauen für Büromanagement lernen bei uns in der Internetredaktion, wie eine Website gepflegt wird und helfen uns dafür in Excel auf die Sprünge. Für meine Recherche brauche ich das Wissen der Azubis in der Bibliothek. Und wenn mein Computer nicht so will wie ich, führt kein Weg an den angehenden Fachinformatikern vorbei.

Um das Gemeinschaftsgefühl der Azubis zu stärken, gibt es zwei tolle Angebote des Ordinariats, an denen auch immer die aktuellen Volos teilnehmen dürfen:
Zu Beginn des Ausbildungsjahres fahren alle Azubis gemeinsam mit ihren Ausbildern zu den Kennenlerntagen. Zwei Tage voller Team-Building-Aufgaben – und natürlich den obligatorischen Kennenlernspielen. In den letzten Jahren kletterten die Azubis an der Felswand, erkundeten eine Höhle in der Fränkischen Schweiz und haben eine GPS-Schnitzeljagd gemacht. Bei meinen ersten Kennenlerntagen sollten wir in einer vorgegebenen Zeit zwei Flöße aus Brettern, Balken und Seilen bauen. Soweit, so einfach. Auch, dass wir für das eine Floß große LKW-Reifen zum Auftrieb verwenden sollen, schien uns logisch. Dass man ein Floß aber auch mit Luftballons zum Schwimmen bringen kann und sogar zwei Personen darauf paddeln können, hätte am Anfang keiner vor uns gedacht. Doch wie das Bild beweist: Es hat funktioniert! 

Die zweite große Aktion ist der sogenannte Azubi-Tag: Ein Betriebsausflug von den Azubis für die Azubis organisiert - und die Ausbilder dürfen auch mit. Wo gibt’s denn so was? Für die neun Lehrlinge und vier Ausbilder ging es dieses Jahr nach Nürnberg, man könnte den Tag mit „Lösungen finden“ überschreiben. Das erste – unvorhergesehene – Problem war: Wie baut man die Sitze in einen Neunsitzer richtig ein? Als das endlich endlich alle saßen, ging die Reise nach Nürnberg los – wo das nächste unerwartete Rätsel bevor stand: Die zwei Fahrgruppen saßen in unterschiedlichen Cafés zum Frühstücken. Da wir aber einen sehr eng getakteten Zeitplan hatten, aßen wir kurzerhand getrennt und trafen uns dann zum nächsten Rätsel. Der Besuch im Escape Room war allerdings geplant smiley. Innerhalb einer Stunde mussten wir gemeinsam Rätsel lösen, Hinweise entschlüsseln und Schlösser knacken, um den letzten Code zu bekommen, der die Tür des Raumes öffnet. Der Betreiber hatte bereits angekündigt, dass es nicht leicht wird und nicht alle Gruppen in der vorgegebenen Zeit fertig sind. Nach 55 Minuten voller Schwarzlicht, Schlößer, Bücher, Rechenaufgaben, Schubladen und Zahlencodes öffnete meine Gruppe die Tür – und draußen erwarteten uns schon die beiden anderen Gruppen. Ein voller Erfolg!

Viel Zeit blieb nicht, um den Erfolg zu feiern, schließlich waren wir für die Führung im „Turm der Sinne“ schon ziemlich knapp dran. Hier wurde unsere Wahrnehmung auf die Probe gestellt bei Riechtests, Gleichgewichtsspielen, optischen und akustischen Täuschungen. Die Lösung, warum etwas anders wirkt, als auf den ersten Blick, war teils verblüffend, lässt sich jedoch kaum in Worte fassen. Besucht lieber selbst das Museum und lasst eure Sinne durcheinanderwirbeln!

Das geht natürlich auch beim Kartfahren, unserem nächsten Programmpunkt - da zeigte sich, wer die Geschwindigkeit liebt und wer lieber gemütlicher fährt. Zum Glück erkennt man auf dem Bild nicht, zu welcher Kategorie ich gehöre ;) 

Tja, auf meinem Arbeitsvertrag steht zwar, dass ich eine normale „Ausbildung zur Redakteurin“ mache… Aber ganz so normal ist meine Ausbildung doch nicht, die lässt andere ziemlich alt aussehen wink