Vom 26.01.2017 -- Anna-Lena Herbert
Ohne Kaffee geht es nicht
Kaffee

Ich mag den Geruch, das leicht bittere Aroma – und vor allem das Koffein. Eine Tasse Kaffee geht bei mir eigentlich immer. Den passenden Job dafür habe ich sowieso. Wenn man Film und Fernsehen glaubt, leben Journalisten ja eh von nichts anderem als von Kaffee. (Bis vor wenigen Jahren flimmerten sie zudem noch reihenweise als Kettenraucher über die TV-Bildschirme. Aber das ist Gott sei Dank passé.)

Auch wenn man dem Fernsehen nicht immer glauben sollte: Hier kann man das getrost tun. Journalisten sind in aller Regel Koffeinjunkies. Der Kaffee gehört einfach irgendwie dazu. Wie manche Kollegen den Job ganz ohne Koffein schaffen, bleibt mir ein ewiges Rätsel. Wenn sie sagen „Ich trinke keinen Kaffee“ bringt mich das regelmäßig aus dem Konzept – und lässt mich vermuten, dass vor mir nicht wirklich ein Journalist, sondern ein gut getarnter Alien steht.

Denn Kaffee hat doch so viele Vorteile. Trifft man sich mit Leuten, die einem etwas für einen Artikel erzählen, unterhält es sich bei einer Tasse Kaffee irgendwie leichter. Die Frage „Möchten Sie einen Kaffee?“ hat fast schon etwas von einem Ritual und nimmt – gerade wenn man sich vorher noch nie begegnet ist – mitunter ein bisschen die Gezwungenheit aus der Situation.

Für den Reporter kann der Schluck aus der Kaffeetasse zum Rettungsanker werden. Nicht nur wenn er von Termin zu Termin hetzt. Vor allem dann, wenn er auf einer endlos langweiligen und noch dazu langen Pressekonferenz sitzt, überkommt ihn der Kaffeedurst. Das erklärt im Übrigen auch, warum viele Journalisten verärgert sind, wenn es bei solchen Gelegenheiten keinen Kaffee gibt.

Und dann ist da natürlich noch das Artikelschreiben. Manchmal kommt man einfach nicht weiter. Da kann es helfen, eine kleine Pause einzulegen und an der Kaffeetasse zu nippen – und schon purzeln die Gedanken wieder und die Finger fliegen über die Tastatur. Nicht immer, aber oft.

Nur zwei Probleme habe ich mit dem Kaffeetrinken. Zum einen die Umweltverschmutzung. Ich gebe zu, dass ich es in der Vergangenheit mit den Coffee-to-go-Bechern etwas übertrieben habe (siehe Foto). Doch zu Weihnachten hat mir eine Freundin einen wiederverwertbaren Becher aus Bambusfaser geschenkt. Den benutze ich nun fleißig. Ehrenwort!

Und auch für das zweite Problem ­– die Kopfschmerzen, die ich bei zu viel Kaffeekonsum bekomme – habe ich schon vor geraumer Zeit eine Lösung gefunden: Cappuccino. Der geht wirklich immer. Und wenn mir demnächst wieder ein Kollege erklärt, dass er keinen Kaffee – nicht einmal Cappuccino – trinkt, werde ich mal an seiner Nase ziehen. Sicher ist sicher. Denn: Das kann nur ein Alien sein.

Foto: Anna-Lena Herbert