Vom 21.12.2016 -- Nadine Vogelsberg
Der heiße Draht nach München
Mitten in der fremden Stadt München einen Ansprechpartner finden - am Ende war es leichter als gedacht.

Kaum die ersten Wochen in der neuen Stadt, der neuen Redaktion, dem neuen Alltag eingelebt, flattert auch schon Post vom IFP ins Haus: Der erste Kurs in München steht an und weil da freilich nicht nur theoretisch über Büchern gebrütet werden soll, sondern auch ganz praktische Arbeit verlangt wird, sollen wir uns doch gleich mal einen Interviewpartner suchen, in München, versteht sich. Für mich als Nordlicht des Volontärsjahrgangs 2016/2 hieß das: Von Osnabrück aus nach München telefonieren, wohl wissend, dass ein Artikel über München es niemals in unsere Zeitung schaffen würde. Vielen aus meinem Jahrgang ging es da ähnlich. Wir alle übten uns in dem Versuch, einen Menschen zu finden, der in den uns zur Verfügung stehenden 24 Stunden Zeit für uns hatte und zudem noch eine interessante Geschichte zu erzählen - vor allem aber jemanden, der bereit war, uns einen ganzen Tag lang über seine Schulter blicken und sich mit Fragen löchern zu lassen; wohl wissend, dass er für diese Mühe nicht entlohnt werden würde. Das alles, um die Herausforderung nicht zu leicht zu gestalten, mitten während der hektischen Vorweihnachtszeit.

"Na, das kann ja heiter werden", dachte ich mir, als ich zum ersten Mal den Telefonhörer zur Hand nahm. Doch ich wurde überrascht. Ich telefonierte verschiedene wohltätige Organisationen durch und klar - oft sagte man mir, dass es leider im vorgegebenen Zeitrahmen nicht einzurichten sei, dass sich mein Ansinnen nicht mit ihren Aufgaben decke, dass man lieber nicht mit der Presse sprechen wolle... aber sie alle waren unglaublich nett und hilfsbereit. Jeder kannte mindestens einen Ansprechpartner einer anderen Organisation, wo man vielleicht Zeit für mich habe. So bekam ich eine große Menge an Kontaktdaten zur Verfügung gestellt, nebst guten Wünschen zum Weihnachtsfest. 

Insgesamt dauerte es Wochen, ehe ich einen passenden Termin bei der "richtigen" Organisation gefunden hatte - doch bereits nach dem ersten Telefonat sah ich der gestellten Aufgabe positiver entgegen - helfen konnte mir immerhin jeder, vielleicht nicht mit dem ersehnten Termin, sehr wohl aber mit einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. 

Am Ende, übrigens, konnten wir uns im Jahrgang dann fröhlich gegenseitig mit Kontaktdaten aushelfen, so dass keiner ohne Interview-Termin nach München reiste. Und Spaß hatten wir alle an unseren Reportagen, auch, wenn ich bei der Münchener Tafel ziemlich gefroren habe.