Vom 17.02.2016 -- Christoph Hartmann
On Air
Der rote Knopf wartet schon...

Wie war das nochmal mit der Technik? Ab wann rechne ich die halbe Stunde nochmal durch? Habe ich auch alle Moderationen? Diese und noch viele andere Fragen mehr fegten in meinem Kopf herum, als ich in der morgendlichen Konferenz saß. Noch zwanzig Minuten, dann musste ich teasen gehen. "Und gleich hören Sie hier die Sendung Reisen mit Christoph Paul Hartmann. Was gibt es denn da zu hören?" "Wir sehen uns die schönsten Winterziele an." Gut, die Übergabe ist gemacht – so weit, so bekannt. Mein Herzschlag wird schneller, denn jetzt wird es ernst. Ich setze mich an den riesigen Moderationstisch mit zwei Computern: Rechts die Sendesoftware, links meine Vorbereitungen. Und vor mir sieben Seiten Papier – das werde ich gleich vorlesen, möglichst so, dass es klingt, als würde ich nicht vorlesen.

Mein rechter Zeigefinger liegt auf dem "ON"-Knopf. Gleich starte ich den Jingle – gleich – noch ein bisschen – jetzt! Der Jingle startet, mit dem linken Zeigefinger schalte ich mein Mikrofon an. Ich lege los. "Schön, dass Sie dabei sind!", beende ich die Moderation und gehe ins nächste Lied. Langsam lockert sich die Anspannung etwas: Das kann funktionieren hier, das kann tatsächlich funktionieren!

"Alles gut?" - "Doch, doch"

Zwischen Beiträgen und Nachrichten schlendere ich durch die kommenden zwei Stunden – und dann ist auch schon das Studiogespräch über das Wetter am Wochenende – das ist immer der letzte Beitragsplatz der Sendung. Mein Kollege kommt ins Studio. "Und, alles gut?", fragt er. "Doch, doch", entgegne ich nur, gedanklich bin ich noch dabei, die Zeit so auszurechnen, dass das letzte Lied möglichst genau zur vollen Stunde endet.

Zehn Minuten später sage ich schon meinen letzten Satz: "Haben Sie noch einen schönen Tag!" Dann ist es vorbei – schneller, als ich gedacht hatte, weniger adrenalingeladen, als ich vermutet hatte. Eigentlich war alles gut, nicht unbedingt ein Meisterwerk, aber es hätte schlimmer laufen können.

Die Studiotür öffnet sich: "Kann ich schon?" fragt eine andere Kollegin und reißt mich aus meinen Gedanken. "Ja klar", antworte ich und suche meine Sachen zusammen. In zwei Minuten beginnt schon die nächste Sendung.