Vom 01.02.2016 -- Lena Binz
Der Meister und die Volos
Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit den Volontären 2016 am Görres-Abend im ifp..

Görres-Abend im ifp: Der Nachwuchs, der Volo-Jahrgang 2016, wartet ganz erwartungsvoll und ehrfürchtig auf den hohen Besuch aus Hamburg: Giovanni di Lorenzo, italienisch-deutscher Journalist, Meister der magischen Worte, Chef der Zeit. Es ist Zeit, über das Thema Lügenpresse zu reden. Die Liste der Vorwürfe an die Medienmacher ist lang: „Schweigekartell“, „Nachrichtensperre“, „Staatsnähe“. Die der gemachten Fehler auch.

Lorenzo spricht Klartext. Nicht von oben herab sondern auf Augenhöhe. Schonungslos, selbstkritisch, reflektierend. Er spricht über das, was den Journalismus eigentlich ausmacht, wie die Arbeit funktionieren sollte. Ein Journalist sollte sich nicht mit einer Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten Sache. Er sollte unabhängig sein; allen Meinungen und Positionen Raum geben, pro und contra, „bis es kracht“ - sich Zeit nehmen zum Recherchieren, sorgfältig; mal auf einen Titel verzichten und so unnötige Skandalisierungen vermeiden, die seriösen Journalismus und die Menschen gefährden; und so vieles mehr.

Die Volos hängen an seinen Lippen. Sie hören genau zu. Das was sie da hören, das kommt ihnen bekannt vor, aus den beiden Grundlagenkursen im ifp, wo sie gerade mittendrin stecken. Wenn der Meister das sagt, dann stimmt das wohl wirklich. Und das ifp vermittelt genau das, worauf der Meister Wert legt, größten Wert. Das hat Mut gemacht! Und Mut hat er auch uns gemacht, ganz explizit, den Volos 2016, den zukünftigen Bewerbern. Abschlüsse interessieren ihn nicht, Auslandsaufenthalte ebenso wenig – nur schreiben sollen die Leute können. Und das richtig gut. Dann hat ein Bewerber eine Chance. Ja, das lernen wir hier am ifp und so vieles mehr, worauf es ankommt, dass sich der Vorwurf der Lügenpresse nicht bestätigt. Sein „Tipp des Tages“ an die jungen Leute: „Auffallen müsst ihr!“ Lieber Giovanni di Lorenzo, vielen Dank! Ciao.