Vom 08.12.2015 -- Pia Dyckmans
Wegweiser
Wegweiser

Nun ist sie offen, die Heilige Pforte. Im März wurde das Heilige Jahr von Papst Franziskus ausgerufen, seitdem tickte die Uhr im Vatikan anders. Während im Vatikan die Vorbereitungen für das Heilige Jahr schon lange in Richtung Barmherzigkeit zeigten, merkte man außerhalb der vatikanischen Mauern recht wenig von dem anstehendem Großereignis. Wie immer braucht Italien ein bisschen länger. Erst kurz vor knapp fängt auch Rom an sich raus zu putzen. Dann wird die ewige Stadt nicht nur sauberer sondern auch geordneter. 

Da verschwinden über Nacht mal eben Schlaglöcher, Straßen bekommen Fahrbahnmarkierungen und dem Petersdom wird das Licht genommen. Ein Zeichen, dass hier was im Gange ist. Und überall steht die Kavallerie der Gendarmerie oder des italienischen Militärs. Die Süddeutsche schreibt sogar, Rom sei gerüstet wie für einen Krieg. Für den Römer ist das Waffenarsenal rechts und links am Wegesrand bereits Alltag, nicht aber für den Touristen und schon gar nicht für den Pilger.

Trotzdem: Es ist die Atmosphäre, die Spannung in der Luft rund um den Vatikan, die die ganze Stadt einnimmt und die einem bewusst werden lässt, was hier passieren wird. Das Heilige Jahr ist was Besonderes, und das merkt man. Jetzt, wo nun Papst Franziskus und auch Papst em. Benedikt durch die Heilige Pforte gegangen sind, dürfen nun auch die Pilger kommen. Es sind die Schilder, die den Weg zur Barmherzigkeit weisen, nicht die Waffen.