Vom 21.03.2017 -- Felicia Schuld
Von Hobbyfotografen und verrosteten Schlössern

Fotografie stand auf unserem Programm beim zweiwöchigen Kurs im Februar. Und warum nicht vorher ein bisschen üben? Schließlich liegt zwischen den Seminarwochen ja auch ein Wochenende. Bernadette, Nadine und ich machten uns also am Samstag auf den Weg in die Stadt. Nachdem wir so einige Stunden unterwegs waren, trieb es uns zurück Richtung ifp. Doch dann kam mir die großartige Idee, wir könnten doch noch auf den alten Südfriedhof gehen und noch ein paar Fotos machen und Einstellungen testen. Gute Idee fanden auch die anderen zwei. Also nichts wie hin. Tiefenschärfe, Weißabgleich, Zoom – wir probierten einiges aus. Aber es war schon Nachmittag, kurz nach Fünf, es wurde langsam kalt. Also Mädels, lasst uns mal wieder zurückgehen.

Wir gingen zum Tor an der Kapuzinerstraße, doch das war leider abgeschlossen. Kein Problem, es gibt ja noch einen zweiten Ausgang. Der war leider auch zu. Also liefen wir die Seiten des Friedhofs ab. Keine Chance, die Mauern waren zu hoch. Beim Friedhofsamt war auch keiner mehr da und es wurde langsam dunkel und kälter. „Der kann doch nicht einfach abschließen“, „Wir sind hier gefangen“, „Wir müssen die Polizei rufen“… 

Während wir noch verzweifelt am Friedhofsausgang standen, kam von der anderen Seite ein Pärchen vorbei. Sie wollten auf den Friedhof, wir runter. Sie kamen nicht rein, wir nicht raus – denkste. Der junge Mann nahm das Schloss in die Hand und siehe da: Es ging auf. Wir konnten wieder nach draußen und mussten uns keine Sorgen machen, wie wir die Nacht überstehen. Als Bernadette dann das Schloss wieder an der Tür festmachen wollte, fiel es vor Rost komplett auseinander. Unsere Reaktion war entsprechend: Wir konnten uns vor Lachen nicht mehr halten. 

Und die Moral von der Geschicht: Auch Friedhöfe haben Öffnungszeiten, die man zumindest in München beachten sollte.