Vom 26.09.2014 -- Michael Merten
Mit Renovabis ins „sichere Land“ Albanien

Albanien zählt zu den "vergessenen Ländern" des Kontinents, für die sich kaum jemand interessiert. Es sei denn, ein besonderes Ereignis steht an. In diesem Fall ist es Papst Franziskus, der seinen ersten Europa-Besuch außerhalb Italiens am 21. September in Tirana antritt. Deshalb braucht die KNA Vorberichte über das ärmste Land in Europa. Da passt es sehr gut, dass Renovabis eine Pressereise dorthin anbietet.

Von den vielen Begegnungen ist jene mit Ardit, dessen Geschichte ich im verlinkten Beitrag über die Blutrache erzählt habe, eine der bewegendsten. Wenige Tage, nachdem dieser Beitrag erscheint, einigt sich die Bundesregierung mit dem Bundesrat auf eine Verschärfung des Asylrechts.

Albanien - ein sicheres Herkunftsland?

Kernpunkt ist das System sogenannter „sicherer Herkunftsländer“: Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina werden pauschal als sichere Herkunftsstaaten eingestuft. Asylbewerber von dort können dadurch schneller abgelehnt und zurückgeschickt werden.

Dieses System hat für meinen Protagonisten Ardit bitter Folgen. Denn auch Albanien gilt in Schweden ganz offiziell als sicher. Ardit ist ein designiertes Blutrache-Opfer – wenn er vor die Tür tritt, kann er jederzeit erschossen werden. Also floh er mit seiner Familie nach Schweden. Da er aus einem „sicheren“ Staat kommt, wurde er von dort wieder ausgewiesen. Jetzt lebt er wie in einem Gefängnis in der eigenen Wohnung, ohne Geld, ohne die Möglichkeit, das Haus zu verlassen. Aber mit der "schönen" Gewissheit, in einem „sicheren“ Land zu leben.

Hier der Link zu meinem Beitrag über die Blutrache und Ardits Familie: http://tinyurl.com/mxngdxg