Vom 03.03.2017 -- Dana Kim Hansen
Die Narren sind los

Das kann doch wirklich nicht deren Ernst sein! Das dachte ich, als ich den Brief vom ifp mit den Kursterminen in München öffnete. Ich hatte es schon geahnt, Vorgängerkurse hatten es erwähnt. Doch jetzt hatte ich es schwarz auf weiß: Der zweite Grundkurs findet doch tatsächlich über die Fastnachtswoche statt. Sind die Münchener denn wirklich so verrückt!?

Zugegeben, bis vor ein paar Jahren hätte ich die Münchener verstanden. Im Westerwald gibt’s zwar Karneval. Der Kinderkarneval im Dorfgemeinschaftshaus und der Rosenmontagszug im Nachbarort gehörten dazu. Aber das wars dann auch schon. Als ich zum Studium in die Fastnachtshochburg Mainz zog, habe ich das närrische Treiben in den ersten beiden Jahren auch skeptisch und mit Abstand betrachtet. Doch dann habe ich Blut geleckt und bin in die Fastnacht eingestiegen: Mit allem was dazu gehört. Mit meinem Musikverein begleite ich die Sitzungen des Mainzer Carneval Club musikalisch und sorge bei den Umzügen als Ranzengardistin für die gute Musik. Nebenbei stehe ich mit der Showtanzgruppe und der Großen Garde der Gernsheimer Weiberfastnach auf der Bühne.

Und jetzt das? Ich muss die närrischen Tage im ifp mit Journalismus zubringen, wo mir doch letztes Jahr schon der Rosenmontagsumzug vom Wetter geklaut wurde.

So kam es nicht von ungefähr, dass die Kollegen und ich, bepackt mit Kostümen, die Reise nach München antraten. Getreu dem Motto „Der Grundkurs hätt strichzwo fast um die Fastnacht gebracht, doch jetzt wird im ifp erst recht getanzt, gesungen und gelacht", hielt das närrische Treiben Einzug in der Journalistenschule. Und so flitzen am Weiberdonnerstag Alpakas, Nonnen, Matrosen und Narren durchs ifp. Spaß hat’s gemacht und zumindest ein bisschen vom Heimweh ans goldische Mainz abgelenkt.

Aber Meenz bleibt eben doch Meenz – für nächstes Jahr reiche ich deshalb jetzt schon mal Urlaub ein…

(Foto: B. Schäfers/ifp)